In diesem Artikel geht es um die Frage, was können uns unsere inneren Bilder zeigen? In unseren Träumen helfen sie uns Vergangenes zu verarbeiten oder einen Blick in unsere mögliche Zukunft zu werfen. Im Gedächtnistraining nutzen wir sie, um uns Begriffe, Zahlen, Daten oder Fakten leichter und zuverlässiger zu merken. In der Kommunikation helfen sie uns, dass wir uns „ein Bild machen“ können. 

Doch es gibt noch viel mehr Möglichkeiten zu entdecken. Während meiner Ausbildung in Reinkarnationstherapie, die eben auch die inneren Bilder nutzt, hatte ich eine Fähigkeit in mir entdeckt: Ich hatte irgendwie herausbekommen, dass auch Häuser mir sozusagen Bilder oder Geschichten zeigen konnten. Eine Kollegin in der Schweiz sagte mir dann:„Mensch wenn du da auch so eine Affinität zu Häusern hast oder solche Verbindung hast dann wäre doch Feng-Shui für dich das richtige.“

Ich hatte noch nie davon gehört, doch der Impuls wirkte. Nur wenige Wochen später entschied ich mich, das klassische, traditionell Feng-Shui bei einem chinesischen Großmeister zu erlernen. Wir waren noch ganz zu Beginne des Internets, doch es gab bereits einen online-Kurs und das eigentliche Lernen fand über den Austausch in einer mail-Liste statt.

Zu dieser Zeit gab ich regelmäßig Seminare in Gedächtnistraining, Speed Reading und Zeitmanagement und so kam es, dass ich bei einem Stammkunden, einer Privatbank, mit einem eigenen Seminarzentrum weilte. Nach Seminarschluss traf man sich in der Weinstube und dort kam ich mit meinem Nachbarn ins Gespräch. Als Kind des Ruhrgebiets liebe ich solche Plauderstunden und so kamen wir von einem Thema zum anderen und irgendwann fiel der Begriff Feng Shui. In meiner noch frischen Begeisterung sprudelte ich nur so vor Möglichkeiten und Chancen, die sich für ein Unternehmen bieten, wenn es seine Räume nach Feng Shui Gesichtspunkten optimiert. Dass ich erst Anfänger war, vergaß ich wohl zu erwähnen. Doch meine Begeisterung schwappte offensichtlich rüber und spät am Abend outete sich mein Gesprächspartner als die Person, die im Unternehmen für Filialumbauten zuständig ist. 

Drei Tage später rief er mich an und verkündete mir, dass ich Teil eines Pilotprojektes sei: Gemeinsam mit dem Architekten des Hauses den Umbau einer Filiale in Süddeutschland unter Feng Shui Gesichtspunkten planen und durchführen. Das war aus meiner Sicht mutig, doch durchaus nicht unüblich. Ich wusste von einem Kollegen, der offizieller Berater einer Schweizerischen Bank war. Der Deal stand und ich hatte nur ein Problem: Mein Kurs war noch lange nicht beendet und ich hatte Null Erfahrung. 

Die Lösung war dann ein Feng Shui Master, der mein Ausbildungsleiter für Deutschland war und sich sofort bereit erklärte den Auftrag mit mir gemeinsam abzuwickeln.  

Die umzubauende Filiale gehörte zu einem Verbundbereich von 7 oder 8 Häusern und war im Ergebnis mittlerweile auf den letzten Platz abgesackt. Eine erste Besichtigung bestätigt einen kräftigen Renovierungsstau und die Entscheidung, nicht nur oberflächlich, sondern gründlich umzugestalten, war goldrichtig. Es sollte alles entkernt werden, nur der Tresor musste aus irgendwelchen Gründen im Keller bleiben und das sollte später eine große Rolle spielen. 

In einem weiteren Ortstermin gingen dann mein Meister und ich unserer Profession nach und nahmen erst einmal das Umfeld des Hauses in Augenschein. Dann nahmen wir die Kompassrichtung des Hauses, um umfangreiche Berechnungen zu starten. Doch da begann es zu haken. Das Haus lag an der Hautstraße einer Großstadt. In großen Häusern ist viel Stahl verbaut und wenn dann noch eine U-Bahn direkt vor, ja fast unter dem Haus fährt, dann ist es fast unmöglich eine genaue Himmelsrichtung zu bestimmen. Denn Eisen lenkt die magnetischen Kräfte um. Das sind natürlich Einflüsse, die es in den alten Zeiten, als das Feng Shui sich in China entwickelte, nicht existent waren: Doch es ist auch keine Lösung, die Richtung einfach von der Karte abzulesen, denn wir brauchten Informationen über das tatsächliche Magnetfeld in den einzelnen Räumen. Nur so lassen sich verlässliche Berechnungen anstellen und daraus dann Vorschläge für die Gestaltung machen. Und das geht dann weit über runde Kanten und rote Laternen hinaus. Es wird empfohlen, in welchen Bereichen welche der fünf Elemente Feuer, Wasser, Erde, Holz oder Metall in welcher Weise und in welcher Intension eingesetzt werden. Das waren dann mehrere Verhandlungen dem Architekten. Dieser entscheidet letztlich, was möglich ist. Doch wir konnte auch nach unserer zweiten Besichtigung noch nicht mit den Gesprächen beginnen, denn wir waren unsicher bei unserer Bewertung. Wir setzten noch einen dritten Termin an, doch es blieb eine gewisse Unsicherheit, die wir uns nicht erklären konnten.

Ich war zu der Zeit zwar Anfänger im Feng Shui, hatte allerdings aus meinen Vortätigkeiten Erfahrung im Aufspüren von Wasseradern. Das Bestimmen und Bereinigen von Wasseradern kommt im klassischen traditionellen Feng Shui nicht vor. Es ist einfach eine Betrachtungsweise, die nicht vorgenommen wird. Inzwischen beziehen sie jedoch einige Berater ein. Zudem ist im europäischen Raum sozusagen eine Alternative zum klassischen Feng Shui entstanden: Die Geomantie, und die nimmt tatsächlich die Energiefelder der Erde, die Magnetfelder und eben auch die Wasseradern in Betracht. Mein Kollege und Meister war damit einverstanden, dass ich diese Prüfungen vornehme. Da ich den Architekten nicht überfordern wollte, wenn ich jetzt noch mit dem Pendel über die Baustelle laufe, beschloss ich, nach Feierabend auf der Baustelle aufzuschlagen. Und jetzt kommt der Tresor ins Spiel, der im Keller stand. Wegen ihm gab es einen Nachtwächter, der nachts die Baustelle bewachte oder besser gesagt den Tresor.

Ich war offiziell angekündigt, doch war der Mann natürlich neugierig, was ich da so vorhatte. Ich entschied mich für Ehrlichkeit, klärte ihn über unseren Feng Shui Job und zeigte ihm mein Pendel. Ich muss zugeben, dass ich damals durchaus noch Ego-Anteile hatte, die meine Wichtigkeit als offizieller Feng Shui Berater der Bank feierten. Und jetzt auch noch offizieller Pendler. Der Stolz bröckelte dann allerdings, als der Nachwächter verkündete, dass er das auch könne. Allerdings würde er nicht pendeln, sondern sei Rutengeher.

Gelernt hatte er das in seiner Funktion als Nachtwächter bei einer Brunnenbohrfirma. Diese setzte einerseits aufwändiges technisches Equipment ein, um aufzuspüren wo und in welcher Tiefe Wasservorkommen sind, bevor sie einen Brunnen bohrten. Anderseits hatten sie eben einen Rutengänger und festgestellt, dass sich die Genauigkeit kaum unterscheidet, doch der Rutengänger viel kostengünstiger ist als der Maschinenpark. Und von eben diesem Rutengänger hatte mein Nachtwächter Rute gehen gelernt.

Also lag der sportliche Wettbewerb schon in der Luft und sprachen uns ab ich erstmal alleine das Feld auspendel und er danach mit seiner Rute, die er dabei hatte, die Räume abgeht. Ich glaubte zwar damals bereist tief an meine Fähigkeiten und die Genauigkeit meiner Ergebnisse, doch wann hat man schon mal so eine Möglichkeit der Überprüfung. Denn das Bestimmen einer solchen Ader lässt sich ja nicht durch Ausgraben bestätigen. Es bleibt eine Bestimmung aus dem Unterbewussten. Bisher war ich beispielsweise hinzugezogen worden, wenn unerklärliche Schlafstörungen oder Konzentrationsstörung vorlagen. Das liegt dann oft an einer ungünstig verlaufenden Wasserader. Wenn man ein bisschen das Bett umpositioniert oder den Schreibtisch, dann gibt es Linderung der Symptome und dadurch die Bestätigung, dass die Messung richtig war. Trotzdem kann das ganze natürlich auch immer noch eine mentale Beeinflussung sein. Jedenfalls fand ich in der Bank eine Wasserader. Und sogar eine der üblen Sorte.

Dann kam der Nachtwächter, die Spannung stieg und er fand tatsächlich die gleiche Wasserader an der gleichen Stelle in der gleichen Richtung.

Wir waren beide happy und der Platz lag interessanter Weise hinter den Räumlichkeiten in einem kleinen Innenhof, der allerdings weder von den aktuellen Betreibern dieser Räumlichkeiten noch von den Nachbarn genutzt wurde. Also verwaister Hof. Und genau da fanden wir jetzt diese Wasserader. Die störte eigentlich an der Stelle gar nicht, weil eben dieser Bereich nicht genutzt wurde und auch nicht vorgesehen war, ihn nach dem Umbau zu nutzen. Allerdings sollte dort im hinteren Bereich weiterhin der Beratungsbereich platziert werden, der für die Bank hochprofitabel war.

Die Kunst bestand darin, diese Kunden durch einen langen Schlauch vom Eingang hierhin zu führen. Darüber hatten wir bereits mit dem Architekten gesprochen. Bisher war es hier hinten recht düster: Da die Energie der Aufmerksamkeit folgt, wollten wir hier mehr Licht reinbringen, den Weg optisch wie einen Trichter gestalten.  Der Architekt hatte gute Ideen, wie er diesen Vorschlag technisch umsetzen konnte und wir waren recht zuversichtlich. Wenn jetzt jedoch hier ein Störfeld auftauchte, konnte das unsere Pläne erheblich kreuzen. 

Das alles besprach ich jetzt mit meinem Rutengeher-Kollegen. Dieser hatte dann eine geniale Idee. Mit seinem Pendel schaute er ja nur, ob es nach Wasser ausschlägt oder nicht, doch mit meinem Pendel, so meinte er, könne ich ja mal genauer abfragen, was da so im Boden ist und welche Wirkung es hat. Auf diese Idee wäre ich normal gar nicht gekommen, denn Wasseradern lassen sich zwar in ihrer Wirkung dämpfen, doch nicht wirklich beheben, da es sich ja um physisch tatsächlich fließendes Wasser handelt. 

Naja es dauerte dann eine Weile, denn beim Pendeln frage ich ja im Grunde meine eigene Intuition ab. Und da gilt: Gute Fragen bringen klare Antworten und ohne Frage kommt keine Antwort. Also musste ich erstmal wissen: In welche Richtung soll ich denn überhaupt fragen? Es dauerte eine Zeit bis dann letztendlich herauskam, und das bestätigte auch der Kollege: Es gab gar keine Wasserader, sondern etwas anderes. Ein Störfeld, soviel konnte ich herausbekommen. Ein Störfeld, das etwas zu tun hatte mit Flüssigkeiten. Es war etwas Altes, was einen dauerhaft negativen Einfluss hatte und was sich auch von selbst verstärken würde. Weiter kam ich nicht, mir gingen die entsprechenden Fragen aus.

Also fasste ich am nächsten Tag all meinen Mut und sprach offen mit dem Architekten. Dieser war zwar erstaunt, doch bereit genug und recherchierte dann die nächsten Tage. Bis er die Lösung des Rätsels fand: Im Boden steckte ein alter Öltank aus Eisen, der vor vielen Jahren mal für eine Heizungsanlage genutzt wurde. Der war vergessen und übersehen worden: Er wurde dann freigelegt und eine Begehung ergab, dass sogar noch erhebliche Mengen Öl darin warteten, durch das verrostete Gehäuse in den Boden zu sickern.

Es wurde dann entschieden, den Tank nicht zu bergen, allerdings das Öl abzupumpen und den Tank grob zu reinigen. Und da kam mir dann die Idee aus dem Übel noch etwas richtig Gutes zu machen. Mir gefiel der Gedanke nicht, unter der Erde so einen Hohlraum zu hinterlassen. Also war klar, dass wir ihn füllen sollten. Und dann zündete es: Wir setzen im Feng Shui zur Harmonisierung manchmal Kristalle ein, üblicher Weise Bergkristalle. Nun konnten wir natürlich den recht großen Tank nicht mit Bergkristallen füllen. Allerdings mit Quarzsand. In den gab ich dann noch eine Anzahl von Bergkristallen und so wurde aus einem Hohlraum mit moderigem Altöl eine Höhle mit kristalliner Energie. Und der energetische Weg von Kristallen zu glänzendem Gold ist ja nicht weit. Das ganze Innenhofprojekt zog dann och weitere Kreise. Ursprünglich war eine Nutzung überhaupt nicht vorgesehen: Doch jetzt, da der Tank die Aufmerksamkeit einiger Entscheider auf sich gezogen hatte, wurde plötzlich mein Wunsch umgesetzt, in den hinteren Teil Tageslicht zu bringen und zusätzlich den Innenhof als Pausenraum für die Mitarbeiter zu öffnen. Das wiederum führte zu einer Tür, die dann auf frequentiert würde. Energie folgt nicht nur der Aufmerksamkeit, sondern auch der Bewegung. Und das energetische Muster im Innenhof war für gute Geschäfte recht günstig. Zu guter Letzt wurde dann noch ein 80 cm großer Rosenquarz genehmigt, den ich Innen auf dem Weg zur Hintertür platzierte.

Und das alles konnte geschehen, weil der Nachtwächter und ich ein inneres Bild hatten, dem wir einfach folgten: Der Rest war dann eine Art kreative Kettenreaktion. Das Ergebnis ließ sich übrigens sehen: Nach 2 Jahren hatte die Filiale ihren Tabellenplatz von 7 auf 1 verändert.

 

Der zugehörige podcast ist am 17.6.2019 erschienen: Ungeahnte Bodenschätze.